Seite auswählen

Ich falle gleich mit der Tür ins Haus! Ich werde keine Kinderfotos mehr veröffentlichen! Klar, ich bin Fotografin, ich lebe davon, dass andere meine Fotografien schön finden und mich buchen. Jedoch habe ich beschlossen, dass ich keine Kinderfotos (Gesicher, Ganzkörper) mehr zeigen werde. Wie kam es dazu? Vor einiger Zeit kam mir die Idee nur noch Familiensessions als Outdoor Shooting oder private Homestory anzubieten. Diese Ideen bespreche ich natürlich mit meinem näheren Umfeld. Es kam dann dreimal vor, dass Freunde zu mir gesagt, haben, dass diese Fotos – gerade bei Homestories sehr privat wären und ob ich diese dann veröffentliche. Zuerst war meine Reaktion: Natürlich! Wenn das die Eltern möchten und zustimmen.

Eine meiner Freundinnen hatte mich dann gefragt, würdest du Fotos von deinem Kind auch veröffentlichen wollen?Meine Antwort kam realtiv zügig und lautete: NEIN!Daraufhin lachte meine Freundin und sagte: Warum machst du es dann aus der Sicht der Fotografin? Damit war diese Frage in meinem Kopf. Warum veröffentliche ich Fotos von Kindern, wenn ich es doch bei meinen eigenen nicht machen würde. Wohl gemerkt – ich habe noch keine Kinder, weiß aber das ich es dann nicht möchte!Ein paar Tage lief ich mit dem Gedanken herum und stellte mir die schlimmsten Szenarien vor!

  1. Bleiben mir die Kunden aus, weil sie nicht sehen was ich kann!?
  2. Vertrauen mir meine Kunden, wenn ich keine Fotos zeigen?
  3. Schadet es mir finanziell?

Diese Fragen schrieb ich auf. Dann habe ich alle wieder durchgestrichen.

Denn ein wichtiger Punkt, hatte ich nicht bedacht. Die Fragen waren eher: WARUM würde ich es nicht wollen, dass mein Kind im Internet ist und WIE lässt sich diese Einstellung als Fotogafin vereinbaren? Ich glaube, dass ein Kind selbst entscheiden sollte, wann und ob es im Internet Fotos veröffentlichen will. Es kann mit Sicherheit dies nicht entscheiden, wenn es noch sehr klein ist. Meine persönliche Einstellung ist aber, dass Kinder eben diese Rechte haben, sie aber oft erst spät äußern können und es die Pflicht der Erwachsenen ist, sie zu schützen. Das ist meine private Meinung. Wie vereinbare ich das nun mit dem Job als Fotografin? Ich bin als hauptberufliche Fotografin davon abhängig Bilder zu zeigen. Kunden sehen meine Arbeiten und können mich buchen, wenn ihnen meine Fotos gefallen. Wie verhält es sich also, wenn ich einen bestimmten Bereich, mit dem ich Geld verdiene, weglasse? Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich bei Anfragen für Familiensessions / Homestories, einfach mein ausführliches PDF sende und auf diesen Blogpost verweise.

Ich glaube daran, dass meine Kunden genau die gleiche Einstellung zu diesem Thema haben und meinen Umgang damit verstehen. Wenn sie diese Einstellung nicht teilen und Familienfotos selbst ins Internet stellen wollen, ist das okay für mich. Ich möchte damit auch sagen, dass man nicht immer alles mitmachen muss, wenn man selbst eine andere Überzeugung hat. Ich möchte authentisch sein und ich möchte meine Einstellungen als Privatperson eigentlich auch gerne in meinen Beruf einbringen. Ich bin selbständig und kann meine eigenen Entscheidungen treffen. Einer meiner Lieblingssprüche ist folgender:

„There comes a point in your life, when you need to stop reading other people´s books and write your own“ Albert Einstein Genau, diese Zeilen nehme ich mir zu Herzen. Ich bin dafür, dass man aufhören sollte, Einstellungen von anderen einfach zu übernehmen ohne sie zu hinterfragen. Wenn man damit anfängt, zu fragen, warum man Dinge tut, wird man sich verändern. Und wenn diese Veränderung kurios erscheint und andere sie nicht nachvollziehen können, dann ist das normal.Meine Entscheidung steht fest.

Keine Kinderfotos mehr auf meinen Seiten!

Damit zeige ich, wer ich bin und verleugne meine innere Haltung aufgrund eventueller finanzieller Einbußen nicht. Ich hoffe, dass ich mit diesen Zeilen einige unter euch inspiriere über meine Worte nachzudenken!

Eure Bea